Der Begriff ist mittlerweile vielen Menschen bekannt. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter dem Namen, der im englischen Absicherung bedeutet.
Den ersten Hedge-Fonds gründete Alfred Winslow Jones bereits im Jahre 1949. Jones verkaufte damals Aktien die er nicht besaß (Leerverkauf), um sie später auf einem niedrigeren Kursniveau wieder zurückzukaufen. Mit dem Erlös des Leerverkaufs kaufte er andere Aktien in der Erwartung, dass diese Aktien im Kurs steigen. Damit erfand er die erste Strategie für Hedge-Fonds (Long-Short).
Damals wurden der Hedge-Fonds erfunden, um Anleger gegen Risiken abzusichern. Nur damit haben sie heute nichts mehr zu tun. Denn erfüllt sich die Erwartung, dass der Kurs der gekauften Aktien sich im Verhältnis besser entwickelt als der Kurs der leer verkauften Aktie, ergibt sich ein Gewinn. Für die Long-Short-Strategie der Fonds ist es nur notwendig, Aktien zu finden, die innerhalb eines bestimmten Zeithorizontes im Preis fallen und andere Aktien zu identifizieren, die in dieser Zeitspanne steigen werden. Das ist die Kunst des Managers. Der Hedge-Fonds-Manager muss also sowohl die Preisentwicklung der selektierten Aktien richtig voraussehen als auch einen günstigen Zeitpunkt für die Transaktionen wählen. Entsprechend verwendet der Hedge-Fonds-Manager unter anderem neben der klassischen Unternehmensbewertung über die Einschätzung der Über- und Unterbewertung der Aktien auch quantitativ-mathematische Methoden und die technische Analyse. Diese Vorgehensweise gleicht wegen der hohen Spekulation dem Risiko einer Wette. Der Erfolg eines Hedge-Fonds ist also nur vom Geschick des Fonds-Managers und von den von ihm verwendeten theoretischen Modellen abhängig.
Diese sog. Leerverkäufe sind heute der Politik ein Dorn im Auge, weil sie an der Börse ein Überangebot bestimmter Wertpapiere suggerieren, das es de facto gar nicht gibt. In Krisenphasen können sie den Kursverfall zusätzlich beschleunigen, was in der Finanzkrise 2009 bewiesen wurde. Deshalb einigten sich im Oktober 2010 die EU Finanzminister auf strengere Regulierungsvorschriften für Hedge-Fonds und private Beteiligungsgesellschaften.
Die USA sind weiterhin der führende Anlageplatz für Hedge-Fonds-Manager. Der größte Umschlagplatz für Hedge-Fonds ist New York. Registriert sind die meisten Fonds allerdings überwiegend an Offshore-Finanzplätzen; zum einen wegen steuerlicher Vorteile und zum anderen, wegen den geringeren Einschränkungen durch die jeweiligen Kapitalmarkt-Gesetzgebungen. Allein das spricht schon für die zweifelhaften Absichten dieser Fonds.


18. Februar 2011
finanzlift.de
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